AIP-Grundlagen

AIP steht für Autoimmun-Paleo oder Autoimmun-Protokoll. AIP ist eine spezielle Ernährungsweise, die Autoimmunerkrankungen (wie Neurodermitis, Morbus Crohn, Multiple Sklerose, Psoriasis, Lichen Sclerosus, Sklerodermie, Colitis Ulcerosa, Zölliakie …) zum Stillstand bringen soll. Dazu wird in einer Eliminationsphase versucht, auf zahlreiche Lebensmittel zu verzichten, die dafür bekannt sind, dass sie häufig nicht vertragen werden, weil sie beispielweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien o.Ä. auslösen. Außerdem werden auch Lebensmittel weggelassen, die das Immunsystem negativ beeinflussen können. Nach der Eliminationsphase (die mindestens 1 Monat andauern sollte, bei vielen aber mehrere Monate dauert, denn man wartet, bis die Autoimmunerkankungen zum Stillstand gekommen sind) können schrittweise wieder Lebensmittel eingeführt werden. Jedes Lebensmittel wird einzeln wieder eingeführt (für jede Einführung sollte man sich 1 Woche Zeit nehmen). So kann man austesten, auf welche Nahrungsmittel der Körper negativ reagiert. Diese müssen dann weiterhin weggelassen werden. Die einzigen Lebensmittel auf die für immer verzichtet werden sollte sind Soja und alles, was Gluten enthält. Außerdem werden natürlich auch weiterhin alle Zusatzstoffe weggelassen und es sollte somit weiterhin selbst gekocht werden und nicht wieder auf industriell gefertigte Fertigprodukte zurückgegriffen werden. Man sollte also weiterhin der Paleo-Ernährung folgen (bzw. der Primal-Ernährung, denn Milchprodukte dürfen wieder eingeführt werden).

Was wird konkret in der Eliminationsphase nicht gegessen?
Alles, worauf bei der Paleo Diät verzichtet wird, wird auch bei AIP weggelassen. Das heißt:
– kein Getreide
– keine Milchprodukte
– keine Pflanzenöle (außer Avocadoöl und Olivenöl)
– keine Hülsenfrüchte
– wenig Zucker (also eigentlich nur alle paar Wochen ein wenig)
– keine Zusatzstoffe (wie E-Stoffe etc.)

Zusätzlich lassen AIPler in der Eliminationsphase folgendes weg:
– Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Auberginen etc. und auch Gewürze wie Curry, Paprikagewürz, Chilli)
– Eier
– Nüsse
– Samen (das ist vor allem für Gewürze wichtig. Damit sind beispielsweise Koriandersamen, Kümmel, Fenchelsamen,
Sesam und Mohn nicht erlaubt)
– Alkohol
– Nichtsteoridale Entzündungshemmer (Ibuprofen, Aspirin etc.)(natürlich nur, wenn möglich)
– Süßstoffe (z.B. Aspartam, Stevia etc.)
– Lebensmittel, die Gluten-Kreuzreaktionen hervorrufen können (wie Mais, Reis, Kakao…)

Außerdem sollten nicht mehr als 20g Fructose pro Tag verzehrt werden (deshalb sollten nicht mehr als 1-2 Stück Obst pro Tag gegessen werden. Zusätzlich sollte man den Fructosegehalt des verzehrten Obstes überprüfen. Denn während Beeren kaum Fructose enthalten -Himbeeren zum Beispiel nur ca. 2g pro 100g – haben Weintrauben bis zu 8g auf 100g).

All diese Lebensmittel werden weggelassen, weil sie beispielsweise die Darmschleimhaut reizen, zu einem Ungleichgewicht der Darmflora beitragen, dass Immunsystem stimulieren etc.

Da AIP für eine Eliminationsdiät von Anfang an sehr viele Lebensmittel erlaubt, kann es sein, dass man auch einige der „erlaubten“ Nahrungsmittel nicht verträgt. Typisch wären hierbei z.B. FODMAPs oder stark histaminhaltige Lebensmittel. Deshalb muss jeder AIPler individuell herausfinden, welche Lebensmittel er oder sie verträgt. Am Ende steht eine stark individualisierte Ernährungsweise.

Aber bei AIP geht es nicht nur darum, Lebensmittel wegzulassen, sondern vielfältig zu essen, sodass man von allen Vitaminen und Mikronährstoffen genügend zu sich nimmt. Sogenannten Nährstoffreiche Lebensmittel sollten bevorzugt werden. Zu den Power-Foods zählen:

– KnochenbrüheKnochenbrühe
– Innereien
– Fisch und Meeresfrüchte
– Fermente (Probiotika)

Und natürlich soll jede Menge verschiedenstes Gemüse gegessen werden (jeden Tag sollte der Regenbogen an Farben gegessen werden, da jede Farbe ein Hinweis auf unterschiedlichste enthaltene Nährstoffe und Vitamine ist).

Bei allen gekauften Lebensmitteln sollte, falls finanziell möglich, auf höchste Qualität geachtet werden. So sollten möglichst nur Bio-Obst und Bio-Gemüse gekauft werden. Denn so erspart man dem Körper die Chemie der Pflanzenschutzmittel. Außerdem sollten Tiere nicht aus Massentierhaltung gegessen werden. Denn nicht nur, dass die Antibiotika ihre Spuren hinterlassen, sondern tatsächlich enthält das Tierfleisch von beispielsweise weidegefütterten Tieren mehr Nährstoffe und eine bessere Zusammensetzung von Omega-3 zu Omega-6. Denn bei AIP ist es sehr wichtig, mehr Omega-3-Fettsäuren zu essen, da diese Entzündungen bekämpfen (Ein 1:1 bis 1:3 Verhältnis ist anzustreben). Entzündungen sind immer eine Ursache bei Autoimmunerkrankungen. Ebenso wie der Darm, in dem 80% des Immunsystems ist. Deshalb wird alles versucht, um den Darm wieder zu heilen.

Ein letzter wichtiger Punkt sind die Fette. AIPler verwenden nur folgende Fette:
– OlivenölAIP-konforme Fette
– Avocadoöl
– Schmalz (nicht aus Massentierhaltung)
– Talg (nicht aus Massentierhaltung)
– Palmöl                                                                         – Kokosöl

Und keine Angst vor jeder Menge Fett. Denn die AIP-Ernährung ist relativ kohlenhydratarm (bis zu 150g pro Tag, für Sportler bis zu 200g) und durch das Weglassen von Getreide, Reis, Kartoffeln etc. ist Fett eine wichtige Quelle, um auf genügend Kalorien zu kommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s